„Weihnachten im Schuhkarton“: Freude und Liebe weitergeben

„Solch eine tolle Aktion unterstützen wir doch immer wieder gerne – nehmen sogar so gut wie jedes Jahr daran Teil. Durch unsere freievangelische Gemeinde Gottes Leimsfeld habe ich als Kind das erste Mal davon gehört und dann mit meinen Eltern Päckchen gepackt. Die Vorstellung, wie sehr sich ein Kind an Weihnachten darüber freut, ist einfach unbeschreiblich“, schrieb ich David Cramer von Geschenke der Hoffnung e.V., die die Mitmach-Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ jedes Jahr organisieren.

Genau darum geht es nämlich: Wir, du, ich – jeder kann einen Schuhkarton mit Dingen, z.B. Anziehsachen und Spielzeugen befüllen. Der Karton wird schön wie ein Geschenk eingepackt und bei einer Sammelstelle vor Ort abgegeben. Den genauen Ablauf und was in die Päckchen darf, haben wir euch in diesem Artikel erklärt: „Mitmachen: So funktionier die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton““. Bis zum 15. November 2017 kannst du noch mitmachen. Im vergangenen Jahr wurde so etwa 11,5 Millionen Kinder in etwa 100 Ländern beschenkt.

Wieso solltest du mitmachen?

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Wie du lebst. Was du hast. Oder eben auch nicht hast. Aber ich weiß, dass wir in Deutschland einen enorm hohen Lebensstandard haben. Auch, wenn man zu den Ärmeren des Landes gehört. In der Welt gibt es Menschen, die sich nicht einmal etwas zu Essen leisten können. Dann kommen Geschenke zu Weihnachten erst gar nicht in Frage. Wie einfach ist es da für uns, diesen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, Freude und Liebe weiterzugeben. Und das mit einem für uns nicht gerade großen Aufwand.

Damit du dir besser vorstellen kannst, wer zum Beispiel dein Päckchen bekommen könnte, möchte ich dir David vorstellen. Er erzählt seine Geschichte – wie er damals beschenkt wurde:

„Als ich zwei Jahre alt war, bekam ich ein Schuhkarton-Geschenk in Rumänien. Damit gehörte ich zu den jüngsten Kindern, die ein Päckchen erhalten durften. Ich erinnere mich nicht an alle Details, aber meine ältere Schwester erzählte mir später immer wieder davon, wie ich mein Spielzeugauto geschenkt bekommen hatte.

Ich liebte mein Spielzeugauto. Ich spielte ununterbrochen damit. Zuvor hatte ich noch nie ein Spielzeug besessen. Bis dahin war unser Weihnachtsgeschenk immer die Orange gewesen, die mein Vater einmal im Jahr von der Arbeit nach Hause brachte.

Ich wurde in den mittleren neunziger Jahren in Rumänien geboren. Der Fall des Kommunismus einige Jahre zuvor, hatte nicht nur das politische System, sondern auch die Wirtschaft zum Einsturz gebracht. Meine Eltern hatten als Ingenieur und Lehrerin gute Jobs. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage hatten sie dennoch Mühe die Miete für unsere baufällige Wohnung zu bezahlen. Jeden Abend aßen wir Suppe und wir waren sehr dankbar, wenn es dazu einmal in der Woche ein Stück Fleisch gab.

Unsere Herausforderung war es zu überleben. Und mitten in dieser schweren Zeit erhielt ich mein Päckchen von „Weihnachten im Schuhkarton“ (international: „Operation Christmas Child“). Die Hoffnung und Freude, die ich in dieser manifestierten Liebe Gottes fand, bildeten einen starken Kontrast zu dem sonst so harten Leben meiner Familie.

Der Schuhkarton wurde in meinem Leben ein Bild für Gottes Liebe.
Meine Eltern hatten erst vor Kurzem begonnen die Kirchengemeinde zu besuchen, als meine Schwester und ich bei einer Weihnachtsfeier ein Päckchen erhielten. Die Gemeinde machte einen starken positiven Eindruck auf meine Eltern. Hier war jeder willkommen – egal ob Christ oder Nichtchrist.

Ein Jahr später wanderten wir in die USA aus. Ich wuchs in einem christlichen Zuhause auf und besuchte regelmäßig unsere Kirchengemeinde. Mit zehn Jahren entschied ich mich persönlich dazu mein Leben Jesus anzuvertrauen.

Irgendwann ging mein Spielzeugauto verloren. Aber bis heute erinnere ich mich an das Auto und daran, was es repräsentiert. Am Anfang liebte ich das Spielzeugauto nur, weil es mir gehörte. Dann begeisterte mich, wie es funktionierte. Mein Interesse daran, wie Dinge funktionieren, wie man sie auseinandernehmen kann, um sie wieder zusammensetzen, damit sie noch besser funktionieren, fing mit diesem Spielzeugauto an.

Selbst als Kind schon liebte ich die Wissenschaft und nahm Dinge auseinander, um zu sehen, wie sie gebaut waren. Am Anfang war es Spielzeug. Dann fing ich an kaputte Computer zu reparieren. Jetzt studiere ich biomedizinische Technik an der Belmont Universität in Nashville, Tennessee. Bei dem Studium geht es letztendlich darum Geräte wie Prothesen und künstliche Organimplantate zu bauen, um Menschen zu helfen.

Ich habe gelernt, dass Gott jeden Beruf benutzen kann. Dein Leben – und wie Gott dich leitet und führt – kann ein Zeugnis für Ihn sein. Mein Ziel ist es Dinge zu kreieren, die Menschen helfen und Gottes Liebe deutlich machen.

Das Spielzeugauto, dass ich in einem Schuhkarton geschenkt bekommen habe, ist ein deutliches Beispiel wie Gott die einfachsten Dinge benutzen kann, um das Leben eines Menschen zu prägen. Das Geschenk zeigte mir als kleines Kind Gottes Liebe und säte während einer schweren Zeit einen Samen der Hoffnung in meine Familie.

Vielen Dank, dass ihr Schuhkartons für Jungen und Mädchen packt, auch für die Zwei- bis Vierjährigen. Gott kann euer Geschenk nehmen und etwas Wundervolles daraus machen, wie er es bei mir getan hat.“

(Die Geschichte von David und die dazugehörigen Bilder und das Video entstammen dem Artikel „David und sein Spielzeugauto“ der Geschenke der Hoffnung e.V. Das Beitragsbild ist von der Aktion im vergangenen Jahr in Weißrussland. Es stammt aus der Mediathek der Veranstalter. Dort könnt ihr euch auch noch mehr Bilder anschauen.)

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